Trinkwasser in Wien: Wasserhärte und Messwerte

Das Leitungswasser in Wien kann man bedenkenlos trinken. Die Wasserhärte in Wien liegt je nach Bezugsquelle zwischen 6,4 und 17,4 °dH. Die veröffentlichten Messwerte der MA 31 liegen innerhalb der Parameterwerte der österreichischen Trinkwasserverordnung. Die deutschen Härtebereiche gelten in Österreich nicht.

Die beiden Hochquellenleitungen aus den Alpen liefern weiches Wasser mit 6,4 und 9,7 °dH. Die zugespeisten Grundwasserwerke Lobau und Moosbrunn liegen mit 15,2 und 17,4 °dH mehr als doppelt so hoch.

Welches Recht hier gilt

Europäische Grundlage
Richtlinie (EU) 2020/2184
Nationale Umsetzung
Trinkwasserverordnung (TWV), BGBl. II Nr. 304/2001, zuletzt geändert 2024
Zuständige Behörde
Der Landeshauptmann; den jährlichen Trinkwasserbericht gibt das Gesundheitsministerium heraus
Abweichende Grenzwerte
Zwei Werte sind strenger als in der EU-Richtlinie: Uran 15 statt 30 µg/l und Nitrit 0,10 statt 0,50 mg/l. Bei den übrigen verglichenen Werten stimmen Verordnung und Richtlinie überein.
I. Wiener Hochquellenleitung
9,7
°dH · weich
II. Wiener Hochquellenleitung
6,4
°dH · weich
Grundwasserwerk Lobau
15,2
°dH · mittel
Grundwasserwerk Moosbrunn
17,4
°dH · hart

Zwischen den ausgewerteten Orten liegen 11,0 °dH. Ein Landeswert für die Wasserhärte existiert nicht — sie wird vor Ort bestimmt, nicht national.

Veröffentlichte Werte nach Ort

4 Orte

Trinkwasserwerte in Wien nach Ort, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quellen je Ort unter der Tabelle.

ParameterI. Wiener HochquellenleitungII. Wiener HochquellenleitungGrundwasserwerk LobauGrundwasserwerk Moosbrunn EU-Parameter­wert Einordnung
Gesamthärte°dH9,76,415,217,4 Mineralstoff
Calciummg/l50367784 Mineralstoff
Magnesiummg/l125,91924 Mineralstoff
Kaliummg/l<1,0<1,02,31,0 Mineralstoff
Natriummg/l1,9<1,0138,3200 7 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l6,13,14,31350 26 % des Grenzwerts
Nitritmg/l<0,008<0,008<0,008<0,0080,1 unter Bestimmungsgrenze
Sulfatmg/l182,43762250 25 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l4,6<1,02121250 8 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Fluoridmg/l<0,20<0,20<0,20<0,201,5 unter Bestimmungsgrenze
pH-Wert7,677,787,457,56,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm3082025355732500 23 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<1<1<1<110 unter Bestimmungsgrenze

Werte unverändert übernommen aus den Veröffentlichungen der jeweiligen Versorger. I. Wiener Hochquellenleitung, Probenahme und Analyse 27.4.2026 · II. Wiener Hochquellenleitung, Probenahme und Analyse 27.4.2026 · Grundwasserwerk Lobau, Probenahme und Analyse 30.4.2026 · Grundwasserwerk Moosbrunn, Analyse 29.4.2026

Parameterwerte nach Richtlinie (EU) 2020/2184, Anhang I Teil B und C. Sie weichen an mehreren Stellen von der deutschen Trinkwasserverordnung ab — die Leitfähigkeit etwa gilt hier mit 2500 µS/cm bei 20 °C statt 2790 µS/cm bei 25 °C. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Ortswert. Werte unter der Bestimmungsgrenze werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Grundwasserwerk Lobau: Der PFAS-Summenwert von 0,016 µg/l liegt deutlich unter dem Grenzwert von 0,1 µg/l.

Für Uran, Arsen und Pestizide verweisen die Befunde der beiden Hochquellenleitungen auf einen externen Bericht, der nicht vorliegt; für die Lobau werden sie nicht geführt.

Weich, mittel und hart folgen der Einteilung der MA 31 (0–10, 10–16, über 16 °dH). Die deutschen Härtebereiche nach § 9 Wasch- und Reinigungsmittelgesetz gelten in Österreich nicht.

Diese Trennung steht auch im Wasserhahn. Die Hauptversorgung des Wiener Netzes kommt aus den Kalkhochalpen an der niederösterreichisch-steirischen Grenze: aus den Quellgebieten um Rax, Schneeberg und Schneealpe und aus dem Hochschwabgebiet. Von dort läuft das Wasser ohne eine einzige Pumpe nach Wien, allein im natürlichen Gefälle und durch unterirdische Leitungen. Dazu kommt Grundwasser aus den Werken Lobau und Moosbrunn, das in das Netz zugespeist wird. Karstwasser aus dem Gebirge und Grundwasser aus dem Becken lösen unterschiedlich viel Gestein — und deshalb gibt es in Wien nicht eine Wasserhärte, sondern vier.

Vier Bezugsquellen, vier Härtewerte

Das Wasser, für das Wien berühmt ist, ist das weiche aus den Bergen. Die beiden Grundwasserwerke, die zuspeisen, liefern mehr als doppelt so hartes. Die Stadt Wien verwendet dafür eigene Stufen — weich bis 10, mittel von 10 bis 16, hart über 16 °dH. Danach sind beide Hochquellenleitungen weich, die Lobau mittel und Moosbrunn hart. Diese Zuordnung stammt von uns und folgt den Messwerten: Die MA 31 selbst ordnet ihre Bezugsquellen keiner Stufe zu.

Die Stadt veröffentlicht zusätzlich eine bezirksweise Übersicht: 6 bis 12 °dH generell, 6 bis 20 °dH in den Bezirken 2, 3, 11, 20, 21 und 22. Das sind Bandbreiten, keine Messwerte, und deshalb stehen sie nicht in unserer Tabelle. Als Auskunft taugen sie trotzdem, denn die breitere Spanne markiert die Bezirke, in die Grundwasser zugespeist wird: Leopoldstadt, Landstraße, Simmering, Brigittenau, Floridsdorf und Donaustadt. Wer dort wohnt, muss mit wechselnder Härte rechnen; im übrigen Stadtgebiet ist die angegebene Spanne enger.

Woher das Wiener Trinkwasser kommt

Aus dem Gebirge, und das so lange schon, dass die beiden Hochquellenleitungen die Stadt bereits durch beide Weltkriege versorgt haben. Die I. Wiener Hochquellenleitung führt Wasser aus den Quellen im Rax-Schneeberg-Schneealpe-Gebiet nach Wien, die II. aus dem Hochschwabgebiet. Beide kommen ohne Pumpen aus; das Wasser bewegt sich allein im Gefälle. Die Quellgebiete sind als Wasserschutzgebiete gesichert — das ist der Grund, warum sich an den Werten über die Jahre wenig ändert. Wie Trinkwasser überhaupt in die Leitung kommt, haben wir an anderer Stelle ausführlicher aufgeschrieben.

Dass Karstwasser aus Kalkgebirge so weich ist, wirkt zunächst widersprüchlich. Es liegt an der kurzen Verweilzeit: In verkarstetem Kalk versickert Niederschlag schnell und läuft in Klüften weiter, statt langsam durch Poren zu sickern. Das Wasser hat wenig Zeit, Kalk aufzunehmen. In der Lobau und bei Moosbrunn ist es umgekehrt — dort stammt das Wasser aus dem Untergrund des Wiener Beckens, mit langem Kontakt zum Sediment.

Was in den Befunden steht

Unauffällige Werte, in allen vier Zonen.

Bei den PFAS gibt es einen einzigen messbaren Wert: 0,016 µg/l in der Lobau, gegenüber einem Parameterwert von 0,1 µg/l für die Summe der PFAS. In der I. Hochquellenleitung vermerkt der Befund „alle Werte kleiner Bestimmungsgrenze" — also nicht nachweisbar, was etwas anderes ist als eine gemessene Null. Die Übersicht der MA 31 beschriftet diese Zeile nur mit „Summe PFAS" und nennt nicht, welche Einzelstoffe sie umfasst.

Uran, Arsen und Pestizide fehlen in allen vier Befunden

Für drei Parameter, nach denen oft gefragt wird, gibt es in den Analysen keinen Wert. Uran, Arsen und Pflanzenschutzmittel stehen in keiner der vier Wiener Analysen. Die Volluntersuchungen verweisen dafür auf einen externen Befund — bei der II. Hochquellenleitung ausdrücklich auf die AGES —, der nicht mit veröffentlicht ist; im Befund der Lobau werden die drei gar nicht geführt.

In Wien gilt nicht die deutsche Trinkwasserverordnung

In Österreich gilt die österreichische Trinkwasserverordnung (TWV), die ihrerseits die Richtlinie (EU) 2020/2184 umsetzt. An zwei Stellen ist sie strenger als die europäische Vorgabe, und beide betreffen Stoffe, über die viel geschrieben wird:

  • Uran — 15 µg/l nach der TWV gegenüber 30 µg/l in der EU-Richtlinie. Die deutsche Trinkwasserverordnung nennt 10 µg/l. Anmerkung 20 der TWV lässt zu, dass die zuständige Behörde in Regionen mit geologisch bedingt hohen Urangehalten im Grundwasser bis zu 30 µg/l akzeptiert.
  • Nitrit — 0,10 mg/l nach der TWV gegenüber 0,50 mg/l in der EU-Richtlinie. In allen vier Wiener Zonen liegt Nitrit unter 0,008 mg/l.

Was 6,4 bis 17,4 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit der MA 31 endet an der Übergabestelle. Was danach passiert, liegt bei Eigentümerin oder Eigentümer — und darüber sagt keine Analyse eines Wasserwerks etwas aus. Alte oder selten genutzte Stränge, in denen Wasser tagelang steht, Biofilme, gelöste Metalle aus Armaturen: All das entsteht hinter dem Hausanschluss.

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand — bis es gleichmäßig kalt nachläuft.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen verwenden. Dort lösen sich Metalle leichter, und Warmwasserspeicher sind der Ort, an dem sich Legionellen vermehren.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen im Altbau eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Der Wert von unter 1 µg/l gilt für das Netz, nicht für Ihre Hausinstallation.
  • In den zugespeisten Bezirken lohnt sich ein Blick auf Wasserkocher und Kaffeemaschine: Bei 15,2 und 17,4 °dH fällt deutlich mehr Kesselstein an als beim Hochquellwasser, und regelmäßiges Entkalken verlängert die Lebensdauer der Geräte.

Wo es Einschränkungen gibt

Amtlich veröffentlichte Einschränkungen gibt es für Wien nicht. Vor Ort gilt die Auskunft des örtlichen Versorgers, im Zweifel die Ihres Gastgebers.

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Wien bedenkenlos trinken?

Ja. Die Werte, die die MA 31 für die vier Wiener Bezugsquellen veröffentlicht, liegen innerhalb der Parameterwerte der österreichischen Trinkwasserverordnung: Blei unter 1 µg/l, Nitrit unter 0,008 mg/l, Nitrat höchstens 13 mg/l bei einem Parameterwert von 50. E. coli und coliforme Bakterien waren in 250 ml nicht nachweisbar.

Der übliche Vorbehalt gilt in Wien wie überall: Die Zuständigkeit des Versorgers endet an der Übergabestelle. Wasser, das lange in der Hausleitung gestanden ist, lassen Sie vor dem Trinken kurz ablaufen.

Wie hart ist das Wasser in Wien?

Zwischen 6,4 und 17,4 °dH, je nach Bezugsquelle: II. Hochquellenleitung 6,4, I. Hochquellenleitung 9,7, Grundwasserwerk Lobau 15,2, Grundwasserwerk Moosbrunn 17,4 °dH. Einen einzelnen Härtewert für Wien als Ganzes gibt es nicht.

Nach der Einteilung der Stadt Wien — weich bis 10, mittel 10 bis 16, hart über 16 °dH — ist das Hochquellwasser weich, die Lobau mittel und Moosbrunn hart. Die deutschen Härtebereiche des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes gelten in Österreich nicht.

Ist das Wasser in allen Wiener Bezirken gleich?

Nein. Die Stadt Wien gibt bezirksweise 6 bis 12 °dH an, in den Bezirken 2, 3, 11, 20, 21 und 22 dagegen 6 bis 20 °dH. Das sind Bandbreiten und keine Messwerte, deshalb finden Sie sie in unserer Tabelle nicht.

Aussagekräftig sind sie trotzdem: Die breitere Spanne markiert Leopoldstadt, Landstraße, Simmering, Brigittenau, Floridsdorf und die Donaustadt — dort wird Grundwasser aus Lobau und Moosbrunn zugespeist, und dort kann die Härte wechseln. Im übrigen Stadtgebiet ist die angegebene Spanne enger.

Woher kommt das Trinkwasser in Wien?

Aus zwei Hochquellenleitungen und zwei Grundwasserwerken. Die I. Wiener Hochquellenleitung führt Wasser aus dem Rax-Schneeberg-Schneealpe-Gebiet heran und trägt die Hauptversorgung, die II. kommt aus dem Hochschwabgebiet. Beide arbeiten ohne Pumpen, allein im natürlichen Gefälle.

Die Grundwasserwerke Lobau und Moosbrunn speisen zu. Die Proben der aktuellen Befunde stammen aus der Schluckergasse im 13. Bezirk, aus der Subzentrale Mauer im 23., vom Behälter L3 am Lausgrund im 22. Bezirk — und für Moosbrunn aus der Übersichtstabelle der MA 31.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Wien trinken?

Ja, für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist das Wiener Leitungswasser geeignet. Nitrat liegt zwischen 3,1 und 13 mg/l und damit weit unter dem Parameterwert von 50 mg/l, Nitrit unter 0,008 mg/l, Natrium bei höchstens 13 mg/l, Fluorid unter 0,20 mg/l.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern Ihre Wohnung: Lassen Sie das Wasser vor der Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und nehmen Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Altbau hilft nur eine Probe am eigenen Hahn.

Ist im Wiener Leitungswasser Chlor?

Die vier Befunde weisen keinen Wert für freies Chlor aus. Belegt ist nur, dass es im Strang der II. Hochquellenleitung eine Desinfektionsstufe gibt: Die Probe wird laut MA 31 „nach Desinfektion" in der Subzentrale Mauer gezogen. Welches Verfahren dort läuft und in welcher Dosierung, steht nicht in dem Dokument.

Ob im Netz gerade desinfiziert wird, steht ohnehin nicht in einer Jahresanalyse, sondern tagesaktuell bei der MA 31.

Gibt es Legionellen im Wiener Leitungswasser?

Für das Trinken spielen Legionellen keine Rolle. Eine Infektion erfolgt nicht über den Magen, sondern über eingeatmete Aerosole — beim Duschen, in Whirlpools oder an Klimaanlagen.

Relevant ist das Thema deshalb im Warmwasser und nicht im Kaltwassernetz: Legionellen vermehren sich zwischen etwa 25 und 50 °C. Wo sie auftreten, liegt die Ursache fast immer in der Hausinstallation — zu niedrig eingestellte Speichertemperatur, selten genutzte Stränge, mangelnde Wartung. Zuständig ist die Eigentümerseite, nicht die MA 31.

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Zwischen 6,4 und 17,4 °dH — Kalk ist dabei nicht das Problem

Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe; sie setzen Geräten zu, nicht Ihnen. Und welcher der beiden Werte für Sie gilt, ändert daran nichts. Interessant für das, was Sie trinken, ist etwas anderes: Die Analyse des Versorgers endet am Hausanschluss. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 13 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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