Trinkwasser in Burgenland: Wasserhärte aller Orte

Das Leitungswasser im Burgenland kann man trinken. Im Burgenland gilt die österreichische Trinkwasserverordnung (TWV), nicht die deutsche. Die TWV setzt die EU-Richtlinie 2020/2184 um. Einen Härtewert für das ganze Burgenland gibt es nicht. Der Trinkwasserbericht nennt keine Einhaltungsquote je Bundesland.

Das Burgenland hat die konzentrierteste Versorgung aller Bundesländer: 13 große Wasserversorgungsanlagen versorgen 290.000 Menschen, dominiert vom Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland. Dazu kommen 35 mittlere und 97 kleine Anlagen, zusammen sind es rund 336.000 versorgte Personen.

Welches Recht hier gilt

Europäische Grundlage
Richtlinie (EU) 2020/2184
Nationale Umsetzung
Trinkwasserverordnung (TWV), BGBl. II Nr. 304/2001, zuletzt geändert 2024
Zuständige Behörde
Der Landeshauptmann; den jährlichen Trinkwasserbericht gibt das Gesundheitsministerium heraus
Abweichende Grenzwerte
Zwei Werte sind strenger als in der EU-Richtlinie: Uran 15 statt 30 µg/l und Nitrit 0,10 statt 0,50 mg/l. Bei den übrigen verglichenen Werten stimmen Verordnung und Richtlinie überein.

Der Österreichische Trinkwasserbericht weist die Entsprechungsquoten nur national aus, nicht je Bundesland. Es gibt daher keine bundeslandbezogene Einhaltungsquote. Die nationale Quote auf ein einzelnes Bundesland zu übertragen wäre eine Erfindung.

Rechtsgrundlage · Einhaltungsbericht

Alpen gibt es hier keine, und das ist für das Trinkwasser der entscheidende Unterschied zum Westen Österreichs. Das Burgenland liegt im pannonischen Klimaraum: heiße, trockene Sommer, wenig Niederschlag, kaum Gefälle. Wasser fällt hier nicht als Gebirgsquelle an, es steht im Untergrund. Porenwasser heißt: Es steckt in den Hohlräumen von Kies und Sand.

Aus dieser Ausgangslage folgt eine Versorgungsstruktur, die es in keinem anderen Bundesland gibt. Wo Trinkwasser gewonnen wird, entscheidet in einem Flachland nicht die Talschaft, sondern die Lage der ergiebigen Grundwasserfelder — und davon gibt es wenige, dafür große.

Kann man im Burgenland das Leitungswasser trinken?

Ja. Das Leitungswasser im Burgenland ist Trinkwasser und unterliegt der österreichischen Trinkwasserverordnung (TWV), BGBl. II Nr. 304/2001 in der geltenden Fassung. Seit der Novelle BGBl. II Nr. 57/2024 setzt sie die Richtlinie (EU) 2020/2184 in österreichisches Recht um; Anhang I gilt in der Fassung ab 17. Mai 2024.

Wer eine Zahl aus einem deutschen Ratgeber auf ein burgenländisches Analysenblatt legt, vergleicht deshalb zwei Rechtsräume. „Laut Trinkwasserverordnung“ bedeutet in Eisenstadt etwas anderes als in Passau.

13 große Anlagen für 290.000 Menschen: die konzentrierteste Versorgung Österreichs

Niederösterreich braucht für 1.842.385 Menschen 97 große, 419 mittlere und 710 kleine Anlagen; Tirol versorgt rund 866.000 Menschen über 35 große, 240 mittlere und 320 kleine.

Wenn nach einem Rohrbruch oder starkem Niederschlag ein Abkochgebot ausgerufen wird, gilt es zwar auch hier für eine Versorgungszone und nicht für das ganze Land — aber eine Zone kann hier viele Gemeinden umfassen.

Woher das Wasser im Nord-, Mittel- und Südburgenland kommt

Im Nordburgenland fördert der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland oberflächennahes Grundwasser aus Horizontalfilterbrunnen bei Neudörfl, am Rand der Mitterndorfer Senke. Von dort geht es weit nach Osten: Eine Seeleitung quert den Neusiedler See und versorgt den Seewinkel. Der See selbst liefert dieses Wasser nicht — er wird nur überbrückt, in der Leitung steckt Grundwasser vom Westrand des Landes.

Das Mittelburgenland, also der Bezirk Oberpullendorf, bezieht sein Wasser über den Wasserverband Mittleres Burgenland ausschließlich aus Tiefengrundwasser, gefördert in den Brunnenanlagen Lackendorf und Neckenmarkt. Daneben nutzt der Wasser- und Abwasserverband Lockenhaus Quellen des Geschriebensteins. Im Südburgenland ist die Landschaft der Versorger am buntesten: mehrere Wasserverbände, zahlreiche Wassergenossenschaften und Gemeindewasserversorger fördern aus Quellen sowie aus oberflächennahem und tiefem Grundwasser.

Weil Porenwasser aus Kies und Sand empfindlicher auf die Nutzung der Oberfläche reagiert als tiefes Grundwasser, spielen Schutz- und Schongebiete hier eine größere Rolle als in einem Quellgebiet im Gebirge.

Bei Uran und Nitrit ist Österreich strenger als die EU

An zwei Stellen geht die österreichische Verordnung über die europäische Vorgabe hinaus, und in beiden Fällen nach unten:

  • Uran — die Richtlinie (EU) 2020/2184 nennt 30 µg/l, die österreichische TWV 15 µg/l, die deutsche Trinkwasserverordnung 10 µg/l. Österreich hält also den halben EU-Wert, bleibt aber über dem deutschen.
  • Nitrit — 0,10 mg/l nach der TWV gegenüber 0,50 mg/l in der EU-Richtlinie, die den strengen Wert von 0,10 mg/l nur am Ausgang des Wasserwerks verlangt. In Österreich gilt er durchgängig bis zum Hahn.

Zwei Werte haben eine lange Übergangsfrist: Blei mit 5 µg/l und Chrom mit 25 µg/l sind spätestens ab dem 12. Jänner 2036 einzuhalten, bis dahin gelten 10 beziehungsweise 50 µg/l. Der schärfere Bleiwert ist also beschlossen, aber noch nicht in Kraft.

Wie hart ist das Wasser im Burgenland?

Die Härte entsteht dort, wo das Wasser durch den Untergrund läuft, und der ist zwischen dem Kies der Mitterndorfer Senke, den tiefen Schichten bei Lackendorf und Neckenmarkt und dem Gestein des Geschriebensteins nicht derselbe. Selbst innerhalb eines Verbands kann sich der Wert ändern, wenn ein anderer Brunnen einspeist.

Dazu kommt eine juristische Feinheit, die in Ratgebern regelmäßig untergeht: Die deutschen Härtebereiche weich, mittel und hart nach § 9 Wasch- und Reinigungsmittelgesetz gelten in Österreich nicht. Burgenländische Versorger geben die Härte zwar meist in Grad deutscher Härte an, verbinden damit aber keine gesetzliche Kategorie. Wo doch eine Stufe genannt wird, ist es die Einteilung des Versorgers selbst. Verbindlich ist immer die Angabe der Anlage, die den eigenen Hahn speist.

Was über das Burgenland nicht veröffentlicht wird

Auch Messwerte auf Landesebene gibt es keine — kein burgenländisches Gegenstück zu einem städtischen Analysenblatt.

Die Angabe zur Herkunft des Wassers stammt nicht von einer Behörde, sondern von der Plattform WASSER Burgenland, einem Verband, und sie trägt kein Datum. Wer belastbare Zahlen für den eigenen Ort braucht, bekommt sie beim Versorger, nicht aus einer Landesübersicht.

Die letzten Meter gehören dem Haus

Die Zuständigkeit des Versorgers endet an der Übergabestelle. Was danach kommt — Steigstrang, Verteilung, Armatur, Perlator —, gehört der Eigentümerin oder dem Eigentümer, und darüber sagt kein Befund aus dem Hochbehälter etwas aus. Im Burgenland kommt dazu, dass rund um den Neusiedler See und im Seewinkel viele Häuser nur saisonal bewohnt sind: In einer Leitung, durch die wochenlang nichts fließt, verändert sich Wasser.

  • Ablaufen lassen, wenn das Wasser über Nacht oder über den Urlaub in der Leitung stand — so lange, bis es gleichmäßig kalt nachläuft.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen. Aus warmem Wasser lösen sich Metalle leichter, und im Speicher vermehren sich Legionellen.
  • Bei Verdacht auf alte Leitungen eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Bleileitungen in Altbauten sind der klassische Fall, aber auch Kupfer und Messingarmaturen geben etwas ab.

Beim Reisen mit dem Wohnmobil kommt der Tank dazu, befüllt am Stellplatz oder auf dem Campingplatz am Neusiedler See. Was dort in den Schlauch läuft, ist von keinem Jahresbericht erfasst — Filter für Wohnmobil und Camping arbeiten an dieser Stelle.

Wo es Einschränkungen gibt

Amtlich veröffentlichte Einschränkungen gibt es für Burgenland nicht. Vor Ort gilt die Auskunft des örtlichen Versorgers, im Zweifel die Ihres Gastgebers.

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser im Burgenland bedenkenlos trinken?

Ja. Wasser aus einer burgenländischen Wasserversorgungsanlage ist Trinkwasser und unterliegt der österreichischen Trinkwasserverordnung, die seit der Novelle von 2024 die Richtlinie (EU) 2020/2184 umsetzt. Jeder Betreiber muss regelmäßig untersuchen lassen, die Lebensmittelaufsicht des Landes überwacht das.

Eine eigene Einhaltungsquote für das Burgenland gibt es dabei nicht: Der Österreichische Trinkwasserbericht weist die Entsprechungsquoten nur für ganz Österreich aus. Wer es genauer wissen will, fragt beim Verband oder bei der Gemeinde nach dem aktuellen Analysenblatt.

Wie hart ist das Wasser im Burgenland?

Das lässt sich nicht als eine Zahl für das ganze Bundesland sagen, und wir nennen deshalb auch keine. Maßgeblich ist der Wert der Anlage, die den eigenen Hahn speist; er steht im Analysenblatt des Verbands, der Gemeinde oder der Genossenschaft.

Für den Hausgebrauch reichen Teststreifen aus dem Handel, um die Größenordnung am eigenen Wasserhahn zu bestimmen. Wichtig ist nur, die Probe am kalten Wasser zu nehmen und vorher ablaufen zu lassen, was über Nacht in der Leitung stand.

Woher kommt das Trinkwasser im Burgenland?

Aus dem Untergrund, nicht aus Oberflächenwasser. Die Plattform WASSER Burgenland, ein Verband und keine Behörde, nennt in einer undatierten Angabe 100 Prozent Grundwässer, davon rund 90 Prozent Porenwässer und rund 10 Prozent Quellwässer.

Porenwasser steht in den Hohlräumen von Kies und Sand und wird über Brunnen gefördert, Quellwasser tritt von selbst aus. Welcher Anteil bei einem bestimmten Haushalt ankommt, hängt davon ab, welcher Verband oder welche Gemeinde dort einspeist.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser im Burgenland trinken?

Grundsätzlich ja, denn für Trinkwasser gelten dieselben Parameterwerte, egal wer es trinkt. Für Säuglingsnahrung gilt trotzdem: immer kaltes Wasser nehmen, nie Warmwasser, und den ersten Schwall ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft.

Der kritische Punkt ist selten die Gewinnung, sondern die Leitung im Haus. Bei Verdacht auf alte Blei- oder Kupferinstallationen sollte das Wasser am tatsächlich benutzten Hahn untersucht werden. Wer aus einem eigenen Brunnen schöpft, sollte vor der Verwendung für Babynahrung eine aktuelle Untersuchung vorliegen haben.

Ist das Wasser im Nord-, Mittel- und Südburgenland gleich?

Nein. Die drei Landesteile werden von unterschiedlichen Verbänden aus unterschiedlichen Vorkommen versorgt: oberflächennahes Grundwasser im Norden, Tiefengrundwasser im Mittelburgenland, im Süden eine Mischung aus Quellen und Grundwasser mehrerer Tiefen.

Weil die Gewinnung sich unterscheidet, unterscheiden sich auch Härte und Zusammensetzung. Eine Angabe, die für Eisenstadt stimmt, muss für Oberpullendorf oder Jennersdorf nicht gelten. Verbindlich ist immer die Analyse des Versorgers, der die eigene Adresse beliefert.

Ist Chlor im burgenländischen Leitungswasser?

Für freies Chlor nennt die Richtlinie (EU) 2020/2184 keinen Parameterwert. Geregelt sind nur die Nebenprodukte der Desinfektion, in der österreichischen Liste etwa Chlorat und Chlorit mit je 0,25 mg/l.

Wie viele burgenländische Anlagen desinfizieren und womit, geht aus dem Trinkwasserbericht nicht hervor — er weist Entsprechungsquoten aus, keine Aufbereitungsverfahren. Eine Zahl dazu nennen wir deshalb nicht. Wenn Chlorgeruch stört, hilft eine offen stehende Karaffe: Ein großer Teil verflüchtigt sich innerhalb weniger Minuten.

Wer ist zuständig, wenn mit dem Trinkwasser etwas nicht stimmt?

Zuerst der Versorger des Ortes — der Wasserverband, die Gemeinde oder die Wassergenossenschaft. Dort laufen die Entstördienste für die Trinkwasserversorgung und für das Abwassernetz zusammen, und dort wird eine Einschränkung bekannt gegeben. Behördlich zuständig ist nach der österreichischen Trinkwasserverordnung der Landeshauptmann; vollzogen wird über die Lebensmittelaufsicht des Landes.

Liegt das Problem hinter dem Hausanschluss, endet die Zuständigkeit des Versorgers. Dann ist die Eigentümerin oder der Eigentümer der Liegenschaft verantwortlich — bei Mietwohnungen also die Hausverwaltung.

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Für Burgenland sind keine Analysewerte veröffentlicht. Das ist kein Grund zur Sorge — kontrolliert wird trotzdem. Es heißt nur: Wer wissen will, was im eigenen Glas ist, bekommt die Antwort nicht aus dem Netz. Und wer sie ändern will, sowieso nicht.

Dazu kommt, was ohnehin nicht geprüft wird: Die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 Stoffe, im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende — Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Wäre eine eigene Wasseranalyse die Lösung? Sie wäre der einzige Weg zu Zahlen für Burgenland — aber zu Zahlen für einen einzigen Tag, für die Stoffe, die Sie bestellt und bezahlt haben. Am Wasser selbst ändert eine Messung nichts. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen: Er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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